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Der Kleine Tiergarten in Berlin-Moabit


Bonjour trifft Tach ooch.

52° 31' 30"


Nord

13° 20' 35"


Ost

Ein wenig Geschichte vorab: Es existieren nicht wenige Erklärungen für den Teil des Bezirks Berlin-Mitte, in dem der Kleine Tiergarten liegt: Moabit. Uns gefallen am besten diese Zwei: das echt berlinerische Moorjebiet lässt darauf schließen, dass es hier mal richtig feucht war. Die verkürzte Aussprache des französischen mon habitat (mein Wohnort) verweist auf die ersten Bewohner des Gebietes, die Hugenotten. Bevor das Areal des heutigen Kleinen Tiergartens anno 1876 unter die Verwaltung der Stadt Berlin gestellt wurde, gehörte es als Jagdgebiet zum Gutsbezirk Jungfernheide. Doch der Ausbau Berlins zur Residenzstadt erforderte Platz, Kurfürst Friedrich Wilhelm wandelte das Jagdgelände in Baugelände um. Ab 1655 wurde an der Entstehung des Kleinen Tiergartens gearbeitet. Im Lauf der folgenden Jahrhunderte wurde der Park immer wieder umgestaltet, so entstand auch die St. Johannis-Kirche nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel. Nach der oben erwähnten Übernahme der Verwaltung durch die Stadt Berlin wurde der Landschaftsarchitekt und Gartenbaudirektor Johan Heinrich Gustav Meyer mit der erneuten Umgestaltung des Parks beauftragt. Sitzbänke, Laternen und Springbrunnen entstanden. Die Schäden des Zweiten Weltkriegs waren immens, erst ab 1958 wurde die Anlage durch den Gartenarchitekten Wilhelm Alverdes neu geplant. Aktuell wurde diese historisch wertvolle Parkanlage aus den 50er Jahren von Latz + Partner unter Berücksichtigung der formalen und räumlichen Ausprägungen bedacht weiterentwickelt.


Au revoir tristesse. Hallo Nachbarn.

Der Kleine Tiergarten war sehr in Verruf geraten. Dunkle Ecken luden zum Verkauf und Konsum von Drogen ein, „normale“ Bürger trauten sich kaum mehr in den Park, vor allem in der Dunkelheit nicht. Wer geht auch schon mit seinen Kindern auf einen Spielplatz, auf dem nicht selten benutzte Drogenbestecke herumlagen. Ein Schandfleck in einem bzgl. des Baubestandes sehr schönen Stadtteil. Es musste etwas geschehen. Und es geschah etwas. Im September 2011 ging die Planung zur Umgestaltung des Areals los. Als elementares Projekt „zur Aufwertung der Turmstraße als attraktives Stadtteilzentrum im Rahmen des Bund-Länder-Programms Aktive Stadtzentren“ wurde die schrittweise Umgestaltung in Angriff genommen. Das Ziel war klar: „Erweiterung und Anpassung der Nutzungsangebote an die heutigen Bedürfnisse der Bevölkerung“. Die Errichtung heller, einsehbarer Parkräume sollten alle Nutzergruppen dazu einladen, den Park für sich zu erschließen. Ebenso sichere wie offene Aufenthaltsflächen, neue Wiesenflächen und Sitzmöglichkeiten, ein überdachter Aufenthaltsbereich und ein Wasserbecken mit Springbrunnen sollten entstehen. Und wie die entstanden sind. Dass wir am Erfolg dieses anspruchsvollen Projektes mitwirken durften, macht uns sehr stolz.

Wir machen, was wir können und können, was wir machen.


Eau, wie schön. Wasser marsch.

Wasser übt eine große Faszination auf uns Menschen aus. Wenn es in Bewegung ist, fließend oder spritzend. Aus diesem Grunde wurde auch sehr viel Wert auf den Springbrunnen mit neun Fontänen gelegt, der den Kleinen Tiergarten ziert. Wie sich schon nach kurzer Zeit zeigte, ist dieser Brunnen ein echter Parkbesucher-Magnet. Kinder nutzen ihn zum Spielen, Erwachsene genießen das beruhigende Plätschern. Damit der Brunnen in voller Pracht auf die Besucher wirken kann, mussten wir 900 m3 Erde bewegen, 700 Meter Rohr (DN 25 bis DN 150) verlegen und einen Technikschacht errichten. Darüber hinaus installierten wir eine UV-Anlage, eine Kiesfilteranlage sowie eine Dosieranlage. Wir bedanken uns beim Bezirksamt Mitte von Berlin, bei Latz + Partner LandschaftsArchitekten Stadtplaner, bei Ahner Brehm Ingenieurbüro für Landschafts- und Freiraumplanung, bei Beissert und Hengge Garten- und Landschaftsarchitekten, beim ifw Ingenieurbüro für Wassertechnik und der TEGLa GmbH für das uns entgegen gebrachte Vertrauen und die kollegiale Zusammenarbeit. Eau, wie schön. Wasser marsch

Wir machen, was wir können und können, was wir machen.