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Der Rosengarten im Treptower Park in Berlin.


Ein Park im Park. Blühend und spritzig.

52° 29' 25"


Nord

13° 28' 12"


Ost

Von 1876 bis 1888 wurde aus der von Johan Peter Paul Bouché begründeten „geregelten Ansammlung von Gehölzen bei Treptow“ der 88 Hektar große Treptower Park. Nach Plänen des damaligen Städtischen Gartendirektor Gustav Meyer wurden 1,2 Mio. Mark aufgewendet, um auf dem Gelände einen Volkspark zu errichten. Eine Neuerung in dieser Zeit war, dass er allen Bürgern offen stand. Die Sportwiese des Parks, in der Mitte gelegen und mit den Ausmaßen von 250 × 100 Meter sollte der zur körperlichen wie spielerischen Ertüchtigung dienen. Die Geschichte machte auch vor diesem Park nicht halt und so ließ die Sowjetische Militäradministration nach dem zweiten Weltkrieg in den Jahren 1946 bis 1949 auf dem zentralen Areal das Sowjetische Ehrenmal errichten. Als Gedenkstätte für nahezu 80.000 bei der Eroberung Berlins gefallene Soldaten der roten Armee nimmt dieses Ehrenmal mit fast 100.000 qm einen großen Teil des Parks ein. Anlässlich des 20. Jahrestages der DDR wurde der Rosengarten mit 25.000 Pflanzen, unzähligen Plastiken und einem Springbrunnen nach Plänen von Prof. Hubert Matthes angelegt. Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen einen Überblick darüber bieten, was wir an diesem Ort vorgefunden haben und was daraus geworden ist.


Waschbeton to Go.

Für uns als »echte Berliner«. war die Neugestaltung bzw. Wiederherstellung des Rosengartens im Treptower Park in Berlin eine echte Herzensangelegenheit. Schließlich handelt sich hier um einen sehr geschichtsträchtigen Ort, der lange im wahrsten Sinne des Wortes sehr stiefmütterlich behandelt wurde. Ende der 1960er Jahre der letzte Schrei, heute eher nicht mehr nach jedermanns Geschmack: Dem Denkmalschutz entsprechend wurden die Plattenflächen originalgetreu mit Waschbeton erneuert. Die vorhandenen Materialien wurden größtenteils wiederverwendet, hier und dort ergänzt. Die Pergola wurde saniert und konserviert, Hochbeete und Stufen wiederhergestellt. Natürlich durften auch die originalen Bänke und Papierkörbe nicht fehlen. Schon mal dabei, wurden Springbrunnen sowie weitere Rosenbeete und Wegeflächen saniert. Der 1968 von Prof. Matthes geplante und nicht realisierte Ufersitzplatz an der Spree, so etwas wie ein Balkon mit Spreeblick, wurde endlich umgesetzt. Für den Springbrunnen wurden 1.200 m3 Erde bewegt und 1.050 m Druck- und Abwasserleitungen DN 50 bis DN 200 montiert. Damit der Brunnen aus 27 Düsen bis zu einer Höhe von 8 Metern spritzen kann, installierten wir 3 Pumpen mit einem Leistungsvermögen von 55 bis 125 m3/h, eine Wasseraufbereitungsanlage, zwei Filteranlagen und einen Technikschacht mit 8 × 3 × 2,5 m. Für die Beregnungsanlage wurden 1.300 m3 Erde bewegt, 3.800 m Druckwasserleitungen DN 25 bis DN 65 und 9.500 m Tropfwasserleitungen montiert. Damit die 33 Versenkregner mit genügend Wasser versorgt werden, wurde ein Tiefbrunnen mit 25 m Tiefe installiert, dieser ist für den Springbrunnen und die Beregnungsanlage erforderlich. Dass der Rosengarten jetzt im neuen/alten Glanz erscheint, erfüllt uns mit Freude und Stolz.

Wir machen, was wir können und können, was wir machen.


Zurück in die Zukunft.

»Anliegen der Entwicklungskonzeption ist es, den Rosengarten als Gestaltungselement des Parkes aus der DDR-Geschichte zu erhalten.« So sah ein Teil der Aufgabenstellung aus. Die Umgestaltung und Sanierung sollte diesem besonderen Ort gerecht werden. Ein Ort, der viel gesehen hat und viel gesehen wurde. Ein Ort, der seine Geschichte nicht verleugnet. Ein Ort zum Betrachten und Verweilen, zum Flanieren und genießen. Ein Ort, der Geschichten erzählt, wenn man ihm lauscht. Was es zu erhalten gab, wurde erhalten, was unwiederbringlich verloren war, wurde nach Originalplänen wiederhergestellt. Mit viel Leidenschaft und Liebe zum Detail. Machen Sie sich selbst ein Bild davon, wie sehr der Umbau des Rosengartens gelungen ist. Wir jedenfalls sind sehr stolz, an der Umsetzung dieses Projektes mitgewirkt zu haben. Für das uns entgegengebrachte Vertrauen bei der Umsetzung dieses Projektes und für die gute Zusammenarbeit möchten wir uns besonders bedanken beim Bauherren, dem Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin, den Architekten Ahner Brehm und IFW Ingenieurbüro für Wassertechnik.

Wir machen, was wir können und können, was wir machen.