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Der Park am Gleisdreieck
4. Dezember 2019

Die Spielplätze
»Konrads Reise«


auf der Internationalen Gartenausstellung Berlin 2017.

52° 32' 5"


Nord

13° 34' 52"


Ost

Erich Kästner als Pate.

Als der berühmte Autor Erich Kästner in den 1930er Jahren sein Kinderbuch »Der 35. Mai« oder »Konrad reitet in die Südsee« veröffentlichte, erfüllte er sich selbst einen Herzenswunsch. Denn schon im Vorwort seines Buches »Emil und die Detektive« aus dem Jahr 1929 schrieb er sinngemäß, dass er eigentlich ein Buch über die Südsee schreiben wollte. »Über Emil habe ich nur geschrieben, weil ich nicht mehr gewusst habe, auf wie vielen Beinen ein Walfisch aus dem Urwald kommt. Und wenn die Anzahl der Beine nicht stimmt, dann kann ich niemals dem Häuptling Rabenaas mit seinem Bratapfel-gespickten Taschenmesser begegnen.« Da ist natürlich was dran.

Aber zurück zu Konrad: An jedem Donnerstag besucht Konrad seinen Onkel, den Apotheker Ringelhuth. Konrad ist gut in Mathematik, damit aber seine Phantasie nicht auf der Strecke bleibt, ermuntert ihn der Onkel, einen Aufsatz über die Südsee zu schreiben. Eines Tages begegnen Konrad und sein Onkel dem rollschuhfahrenden Zirkuspferd Negro Kaballo, der im Zirkus leider nicht mehr gebraucht und entlassen wurde. Als Konrad und sein Onkel später zu Hause bei Kaffee und Kuchen sitzen, steht das Pferd Negro Kaballo vor der Tür.

Auf Vorschlag Konrads betreten sie den Dielenschrank und so gelangen sie schließlich am 35. Mai in die Südsee. Hier begegnen sie wirklich seltsamen Wesen und Dingen. Negro Kaballo verliebt sich in ein Schimmelfräulein und beschließt, bei ihr zu bleiben. Ringelhuth und Konrad machen sich auf den Heim- weg und kommen gerade noch rechtzeitig, dass der Onkel den Nachtdienst in der Apotheke antreten und der Neffe seinen Aufsatz schreiben kann. Natürlich halten Konrad alle für geisteskrank, was weder ihn noch den Onkel kümmert, denn sie wissen ja, was sie erlebt haben.


Fantasie regt die Fantasie an.

Die Erlebnisse des kleinen Konrads aus der Geschichte von Erich Kästner stellten für die Gestalter der Internationalen Garten Ausstellung (IGA) 2017 bei der Planung und Gestaltung der drei konzipierten Spiel- plätze eine wahre Inspirationsquelle dar. So beschreibt die IGA selbst ihr Konzept, an dessen Umsetzung wir unseren Teil beitragen durften:

»Die IGA Berlin 2017 ist eine Spielwiese für alle Generationen: Drei neue fantasievoll gestaltete Spielplätze mit Aktions- und Bewegungsflächen für verschiedene Altersgruppen sind in der Parklandschaft in den Gär- ten der Welt und im Kienbergpark entstanden.

In der vielfältigen und generationenübergreifenden Spiellandschaft können kleine und große Besucherinnen und Besucher auf eine exotische und zugleich futuristische Reise gehen. Verbindendes Element und Leit- idee ist das Kinderbuch »Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee« von Erich Kästner. Die kleinen und großen IGA-Besucherinnen und Besucher erleben die Geschichte aus der Perspektive der Hauptfigur, des neunjährigen Konrad und begegnen an allen Spielplätzen seinem treuen Gefährten Negro Kaballo. Das akrobatische schwarze Zirkuspferd wird zum Wegweiser mit Wiedererkennungswert auf der Reise durch die Spiellandschaft und verbindet die unterschiedlichen Spielstationen zu einer zusammenhängenden Ge- schichte. Figuren und Details, wie zum Beispiel der Urwald-Wal, die Menschenhaie, die Riesenameisen, die automatisierte Stadt Elektropolis und der Wellblechäquator, säumen den Weg in Form von einzigartigen Skulpturen, spektakulären Kletterkonstruktionen, Wasserspielen und interaktiven Spielelementen...«


Erst die Arbeit...

Als wir die Ausschreibung für die Umsetzung der Spielplätze auf den Tisch bekamen, waren wir vom Kon- zept hellauf begeistert. Schließlich tragen wir als Profis auch noch ein bisschen das begeisterungsfähige Kind in uns. Als wir den Zuschlag für die Umsetzung der kompletten Wassertechnik für dieses Projekt be- kamen, war die Freude groß. Doch dann hieß es nur, die Ärmel hochzukrempeln und in den Arbeitsmodus umzuschalten. Wenn wir die Spielplätze jetzt nach Fertigstellung betrachten, sind wir sehr stolz, an diesem sehr besonde- ren Projekt mitgewirkt zu haben. Und wir haben uns fest vorgenommen, uns das Konrad- Buch von Erich Kästner in aller Ruhe zu Gemüte zu führen. Damit alles wirklich so sprudelt, wie es von den Planern vorgesehen wurde, installierten wir 24 Wand-, 20 Boden- und 3 Nebeldüsen. Wir errichteten 3 Sprühstelen, einen Technikschacht und verlegten insgesamt 1.000 Meter PE-Rohr. Ausdrücklich bedanken möchten wir uns beim Bauherren, der GRÜN Berlin GmbH, für das uns entgegen gebrachte Vertrauen. Des Weiteren gilt unser Dank geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH - Entwurf, Ausführungsplanung und Bauüberwachung -, Gisbert Baarmann, Templin/Dagersdorf – Holzgestaltung, Spielobjekte und Skulpturen – und ifw Ingenieurbüro für Wassertechnik – Wassertechnik – für die ebenso gedeihliche wie kollegiale Zusammenarbeit.


Wir machen, was wir können und können, was wir machen.

Wir machen, was wir können und können, was wir machen.