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Siemens Dynamowerk in Berlin


Mehr als 100 Jahre volle Kraft voraus

52° 32' 12"


Nord

13° 14' 48"


Ost

»Noch niemals ist ein menschliches Wesen auf der Eisenbahn so rasch befördert worden wie die Teilnehmer der Schnellbahnversuche am 6. Oktober auf der Militärbahn Marienfelde-Zossen. An jenem Tage wurde mit dem elektrischen Schnellbahnwagen der Firma Siemens u. Halske eine Geschwindigkeit von 201 km in der Stunde erreicht.“ So ein Erfahrungsbericht in der Illustrierten Zeitung aus dem Jahre 1903. Ermutigt durch solche Erfolge, die weltweit für Schlagzeilen sorgten, errichtete Siemens 1907 das Dynamowerk nach Entwürfen von Carl Dihlmann in der Nonnendammallee im heutigen Berlin- Spandau. Es war Teil der Siemens-Produktionsstätten für elektrische Großanlagen wie Dynamomaschinen, Sonderbaumotoren und Motoren hoher Leistungen, ferner Antriebe für Walzstraßen, Fördermaschinen, Elektroschmelzöfen, Aufzüge, Lokomotiven und Schiffe. Im 2. Weltkrieg weitgehend zerstört wurde es unter großen Anstrengungen wiederaufgebaut und erweitert und steht seit 1994 unter Denkmalschutz.


Umwelt schonen. Kosten sparen.

GanzAlle Siemens-Motoren werden vor der Auslieferung auf Herz und Nieren getestet. Die erzeugte Leistung wird gemessen und der einwandfreie Betrieb des Kühlkreislaufs geprüft. Bislang wurde die beim Test entstehende Wärme über das Abwasser entsorgt. Zu kostenintensiv und keineswegs umweltneutral. Es wurde beschlossen, ein Umlaufkühlsystem zu installieren, an das gleichzeitig Motoren, Umrichter und Lötmaschinen der Werkhallen angeschlossen werden sollte. Das Berliner Ingenieurbüro RCI erstellte die Pläne und selbstverständlich ließen wir uns nicht lange bitten, denn für uns als »echte Berliner« war es natürlich eine Herzensangelegenheit, an dem Projekt für dieses Berliner Traditionsunternehmen an diesem historischen Standort mitzuwirken. Die Anforderung dieses Auftrags war, alles aus einer Hand zu bieten: Von der Vorfertigung und Logistikplanung, über die Materialbeschaffung bis zur Vor-Ort-Montage. Überdies sollten nach Fertigstellung die Wartungsarbeiten sowie die Einrichtung eines Notdienstes im Störungsfall gewährleistet sein. Für einen reibungslosen Betrieb des Systems mit einer Gesamtleistung von 4,8 MW und einem Volumenstrom von 830 m³/h wurden 8 Sommer-Rückkühler mit je 590 kW und 8 Winter-Rückkühler mit je 660 kW installiert. Es wurden 4000 m Kühlwasserleitungen aus schwarzem Stahlrohr und Edelstahlrohr DN 15 bis DN 300 verlegt, 13 drehzahlgeregelte Kühlwasserpumpen à 30 kW bis 45 kW, eine hydraulische Weiche DN 600, eine Enthärtungsanlage und eine Umkehrosmoseanlage montiert. Darüber hinaus waren wir für die MSR-Technik verantwortlich. Alles in Allem ein Projekt mit wirklichen Herausforderungen, dessen Vollendung uns sehr stolz macht.

Wir machen, was wir können und können, was wir machen.


Fliegend zur pünktlichen Übergabe.

Bereits in der Vergangenheit wurden wir von Siemens für anspruchsvolle Projekte engagiert, die sämtlich erfolgreich umgesetzt wurden. Dieses Projekt stellte jedoch eine besondere Herausforderung für uns dar, denn die Rahmenbedingungen waren alles andere als alltäglich. Zur Steuerung und Koordination setzten wir sowohl einen technischen wie auch einen kaufmännischen Projektleiter ein. Für die Vorfertigung stellte Siemens eine Halle zur Verfügung, in der wir acht Schweißplätze einrichteten. Zeitweise waren wir mit 20 Mitarbeitern vor Ort. Um die Produktionsabläufe nicht zu stören, mussten überwiegend Montagearbeiten nachts und an den Wochenenden durchgeführt werden. Die Montage in luftiger Höhe von zum Teil 23 Metern und die Platzierung der Kühlaggregate auf zwei Dachflächen außerhalb der Werkhalle verlangten uns wirklich alles ab. Eine besondere Herausforderung stellte die Montage der Rückkühlwerke nebst Stahlkonstruktion mit einem Gewicht von 116 Tonnen dar: Für zwei Tage wurde ein Transporthelikopter eingesetzt, der eigens aus der Schweiz angefordert wurde. Der Aufwand hat sich gelohnt: Das Umlaufkühlsystem wurde pünktlich an Siemens übergeben. An dieser Stelle möchten wir uns beim Auftraggeber Siemens und dem Ingenieurbüro RCI für das uns entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Ein ganz besonderes Anliegen ist es uns, das kooperative Miteinander mit den Mitarbeitern von Siemens herauszustellen. Danke für diese große Unterstützung.

Wir machen, was wir können und können, was wir machen.